Spanien beschließt historisches Nichtraucherschutzgesetz: Terrassen, Strände und öffentliche Plätze werden rauchfrei

Spanien beschließt historisches Nichtraucherschutzgesetz: Terrassen, Strände und öffentliche Plätze werden rauchfrei
SPANIEN – Der spanische Ministerrat hat eine umfassende und ehrgeizige Reform des Nichtraucherschutzgesetzes verabschiedet, die das öffentliche Leben im gesamten Land – einschließlich der Kanarischen Inseln – grundlegend verändern wird. Der Gesetzentwurf, der nun im Parlament beraten wird, erweitert die rauchfreien Zonen im Freien erheblich.
Mit der endgültigen Verabschiedung durch das Parlament tritt die größte Überarbeitung der spanischen Tabakgesetzgebung seit dem Rauchverbot in Innenräumen von Gaststätten vor mehr als einem Jahrzehnt in Kraft und setzt neue Maßstäbe für den Gesundheitsschutz in Europa.
Außengastronomie, Strände und Events: Vollständiges Rauchverbot im Freien
Der Gesetzentwurf sieht eine beispiellose Ausweitung rauchfreier Zonen im öffentlichen Raum vor. Sowohl das Rauchen herkömmlicher Zigaretten als auch das Vapen von E-Zigaretten wird in folgenden Bereichen verboten:
- Außenterrassen von Bares, Cafés und Restaurants.
- Strände, Flussufer und Küstenabschnitte.
- Öffentliche Schwimmbäder und Freibäder.
- Sportanlagen, Stadien und Universitätsgelände.
- Open-Air-Konzerte, Festivals und öffentliche Großveranstaltungen.
Die Einschränkungen gelten auch in gewerblich genutzten Fahrzeugen, es sei denn, diese werden rein privat genutzt. Zudem wird eine 15-Meter-Rauchverbotszone um Schulen, Krankenhäuser, Museen, Bibliotheken und Kinderspielplätze eingerichtet. Nikotinbeutel (Pouches) sind von diesem Verbot ausgenommen, da sie weder Rauch noch Dampf erzeugen.
Geldstrafen für Minderjährige und Gleichstellung von E-Zigaretten
Erstmals bestraft das spanische Gesetz den Konsum von Tabak und E-Zigaretten durch Minderjährige direkt. Während bisher nur der Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren geahndet wurde, drohen Minderjährigen beim Rauchen oder Vapen künftig Geldstrafen ab 200 Euro, für die die Erziehungsberechtigten haften. Alternativ kann eine gemeinnützige Arbeit vereinbart werden.
Darüber hinaus werden E-Zigaretten rechtlich vollständig herkömmlichen Tabakprodukten gleichgestellt – unabhängig davon, ob sie Nikotin enthalten. Damit schließt die Regierung eine Gesetzeslücke, die den Verkauf von Vapes in Kiosken und Supermärkten erlaubte. Künftig dürfen diese Produkte nur noch in lizenzierten Fachgeschäften (Estancos) verkauft werden. Hintergrund sind aktuelle Zahlen der ESTUDES-Studie 2025, wonach 49,5 % der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren bereits E-Zigaretten ausprobiert haben.
Auswirkungen auf den Tourismus und das Gastgewerbe
Das geplante Rauchverbot auf Restaurantterrassen hat eine lebhafte Debatte zwischen Gesundheitsbehörden und dem Gastgewerbe ausgelöst. Während Gesundheitsexperten den besseren Schutz vor Passivrauch begrüßen, befürchten Vertreter der Gastronomie Diskussionen mit internationalen Gästen.
Für Urlauber, die private Unterkünfte wie die beliebten holiday apartments in los cristianos buchen, bedeuten die neuen Regelungen jedoch ein deutlich sauberes und gesünderes Umfeld. Gastronomiebesuche, Strandtage und das milde kanarische Klima lassen sich künftig völlig frei von störendem Tabakrauch genießen.
Parlamentarische Beratung und Werbeverbote
Das Gesetz beinhaltet zudem ein vollständiges Werbeverbot für Tabak- und Vape-Produkte in Schaufenstern, Verkaufsautomaten, auf Websites und in sozialen Medien. Auch in Fernsehsendungen und Livestreams darf künftig nicht mehr geraucht oder gevapt werden.
Nach der Zustimmung durch das Kabinett muss der Gesetzentwurf nun noch die Mehrheit im spanischen Parlament erhalten, bevor er offiziell in Kraft tritt.





