Kanarens Küsten unter Druck: Herausforderungen durch Erosion und Küstenschutz

Alfredo Mauriz • 24 July 2026

Kanarens Küsten unter Druck: Herausforderungen durch Erosion und Küstenschutz

KANARISCHE INSELN – Die Kanarischen Inseln verlieren jährlich rund vier Kilometer natürlichen Küstenstreifen durch das Zusammenspiel von menschlichen Eingriffen und dem Klimawandel. Dies geht aus dem aktuellen Bericht Zerstörung an der Küste 2026 der Umweltorganisation Greenpeace hervor. Demnach gelten etwa 150 Kilometer der archipelnischen Küstenlinie als gefährdet, was Fragen hinsichtlich des Schutzes von Küstengemeinden und natürlichen Stränden aufwirft.

Der Bericht identifiziert 18 kritische Abschnitte auf den Inseln und verweist auf fast 1.500 Umweltverfahren im Zusammenhang mit Bauvorhaben in Küstennähe. Laut Greenpeace führen intensiver Flächenverbrauch und veränderte Planungsvorgaben zu einem anhaltenden Druck auf die sensiblen Ökosysteme des Meeresufers.

Meeresspiegelanstieg und Anfälligkeit der Küsten

Zusätzlich zum baulichen Druck erhöht der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels das Risiko für flache Küstenbereiche. Wissenschaftliche Projektionen deuten darauf hin, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu einen Meter ansteigen könnte, was die Gefahr von Erosion und Überflutungen bei Starkwetterereignissen verstärkt.

Greenpeace betont, dass die ständige Reparatur von Uferpromenaden oder der Bau starrer Schutzbauten nach Stürmen hohe Kosten verursacht und oft nur vorübergehenden Schutz bietet. Stattdessen wird der Einsatz naturnaher Lösungen empfohlen, die auf die Wiederherstellung von Stränden, Dünenfeldern und Küstenökosystemen setzen, um die langfristige Widerstandsfähigkeit der Küste zu stärken.

Beispiele für Umweltinitiativen und Küstenschutz

Der Bericht beleuchtet verschiedene Bauprojekte sowie die Arbeit der Kanarischen Umweltschutzbehörde, die innerhalb eines Jahres über 1.400 Verfahren eingeleitet hat. Auch vergangene Unwetter wie das Tief Therese haben gezeigt, wie empfindlich einzelne Küstenabschnitte und Infrastrukturen gegenüber starken Wellengängen reagieren.

Gleichzeitig hebt die Studie positive Ansätze hervor. Dazu gehören der Stopp großflächiger Aquakulturprojekte in ökologisch wertvollen Meereszonen, Maßnahmen zur Renaturierung von Küstenabschnitten wie in Añaza nach dem Rückbau alter Gebäudestrukturen sowie umweltgerechte Umgestaltungen an Strandabschnitten in Candelaria.

Für Urlauber, die ihren Aufenthalt in Unterkünften wie den beliebten holiday apartments in los cristianos verbringen, ist der Erhalt der natürlichen Küstenlandschaften und der marinen Vielfalt ein zentraler Aspekt für ein nachhaltiges Reiseerlebnis auf den Inseln.

Empfehlungen für die künftige Küstenplanung

Um die Küstenbereiche der Kanaren langfristig zu sichern, empfehlen Umweltfaktoren den schrittweisen Abkehr von schweren baulichen Eingriffen wie künstlichen Wellenbrechern. Stattdessen stehen der Schutz gefährdeter Zonen vor neuer Bebauung, die Anpassung bestehender Infrastrukturen und eine wissenschaftlich fundierte Entwicklungsplanung im Vordergrund.